Archiv für Januar 2007
Geschrieben von: Sven in Allgemein
Nachdem ich mich nach meinem letzten “Reisebericht” dem nicht ganz unberechtigten Vorwurf ausgesetzt sah, ich hätte kitschig formuliert, will ich es diesmal besser machen:
Bin heute mit’m Zug nach Arosa rauf – geile Views, dass ich dachte, mir zerspringen die Kontaktlinsen!
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OK, ich verspreche, noch einen Mittelweg zu finden! Nur nicht mehr heute Abend. Bald also mehr zu der schönen Fahrt.
Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
Ich bin vom Tag heute sehr müde – insofern fällt mein Beitrag etwas kürzer aus. Heute morgen war die Stadt in eine angenehme gedämpfte Stille gehüllt. Die typische Ruhe, die nur an einem Morgen mit frischem Schnee wahrzunehmen ist
nicht lautlos, aber friedlich. Der Schnee hatte sich gestern Abend schon angekündigt. Der Regen war härter geworden, auf den Wegen hatten sich erste Flecken mit Glatteis gebildet, insofern war ich heute morgen nicht überrascht. Aber der Blick aus dem Fenster war doch sehr schön.
Außerdem gefällt mir Chur immer besser! Ich entdecke die zum Leben wichtigen Dinge. So allmählich bin ich angekommen √¢‚Ǩ‚Äú die Aufregung läßt etwas nach, und ich fange an, zu genießen.
Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
… ich sitze
… ich sitze im Zug, es ist Samstag, der 20.01.2007, 15:58 Uhr
… ich sitze in einem zuschlagspflichtigen Wagen
… ich sitze in einem neuen Panorama- Wagen des Glacier Express
… der Zug steht im Bahnhof von Chur, die Wintersonne schon ziemlich tief
Es wird ein Wettrennen gegen den Sonnenuntergang: Steigt der Zug schneller, als die Sonne fällt? Und schon geht es los. Rechter Hand schlängelt sich der Rhein, noch frisch türkis- farben und niedlich klein, durch das Tal, dahinter auf einem Hügel eine alte Kirche aus dunklem Stein.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass der Zuschlag mit 10,- Franken billiger ist, als die in Deutschland fällige Zulage für den ICE. Für die 10,- Franken sitze ich gemütlich zweiter Klasse in einem Panoramawagen mit mehr Beinfreiheit, als im ICE erster Klasse, der Schaffner hat Kopfhörer verteilt, mit denen Informationen zur Strecke zu hören sind.
Vor mir liegt eine spektakuläre Reise. Alternativ wäre die Fahrt nach Zermatt möglich gewesen √¢‚Ǩ‚Äú sie würde aber einen ganzen Tag dauern, und ich müsste dort übernachten. Das Geld will ich mir sparen√¢‚Ǩ¬¶ So fahre ich also zum Abendessen nach St. Moritz!
Sanfter Nebel liegt auf den Wiesen, der Zug fährt durch grüne Täler. Nach kurzer Zeit stelle ich Fest, dass die Gleise an den Hang gerückt sind und die Strecke ansteigt. Ehe man sich’s versieht, führt der Weg an der Wand tiefer Schluchten entlang, rechts geht der Blick am zerklüfteten Gestein hoch, die Gipfel liegen noch tausende Meter über uns, rechts √¢‚Ǩ‚Äú nichts für Leute mit Höhenangst √¢‚Ǩ‚Äú geht es 500m hinab in die Schlucht. Auf exponierten Spitzen stehen vereinzelt alte Wehrtürme, Burgen, Schlösser und Kirchen. Immer wieder durchfahren wir kurze Tunnel: rein in den Tunnel, kurz blinzeln, raus aus dem Tunnel, kurz blinzeln, rein in den Tunnel, kurz blinzeln, raus aus dem Tunnel,
…rein in die Wolke.
Dichter weißer Brei umgibt uns, etwas erhöht kann man schemenhaft eine Kirche erkennen, deren Turm offensichtlich die Wolke durchstößt. Die Sonne bescheint ihn allerdings nicht mehr. Sie scheint das Rennen zu gewinnen.
Immer noch im dichten Nebel überqueren wir die derzeitige Schneegrenze. Tapfer klettert der moderne Zug weiter, bis wir schließlich die Wolke durchbrechen. Die Sicht wird schlagartig klarer, während unter uns im Tal die weiße Masse vor sich hin wabert und bizarre Formen zaubert. In der Ferne glühen hohe Berggipfel im Sonnenuntergang.
Nanu, so einen Turm habe ich doch eben schon gesehen√¢‚Ǩ¬¶ das ganze Tal kommt mir bekannt vor?! Waren wir hier nicht schon, bevor wir in den Tunnel gefahren sind? Tatsächlich, allerdings ein paar hundert Meter tiefer.
Um die gewaltigen Höhenunterschiede zu überwinden, führt die Strecke in vielen Schleifen an den Hängen entlang. Im Tunnel geht die Strecke in einer 180√Ǭ∞ Wendung bergauf, in einigen Tunneln steigt sie sogar spiralförmig nach oben. Wir überqueren hunderte von Metern hohe Viadukte, kreuzen dabei unsere eigenen Gleise. Gierig sauge ich alles mit den Augen auf.
Die Sonne hat das Rennen gewonnen √¢‚Ǩ‚Äú selbst die höchsten Gipfel sind nicht mehr beschienen. Blue Hour im Glacier Express. Was für irre Bilder: die Berge in blaues Abendlicht getaucht, am Himmel leuchten Kondensstreifen orange auf. Vor uns liegt der 5.000 Meter lange Albula- Tunnel, der höchste Alpendurchstich Europas. Der Anblick nach der Ausfahrt ist überwältigend. Im 3/4- Dunkel verschwindet das Tal, die Berge zeichnen sich scharf gegen den dunklen Himmel ab. Man müsste im Wagen das Licht dimmen können√¢‚Ǩ¬¶
Im Nordwesten hat der Himmel noch ein helles Blau, das an den Berggrenzen sogar noch rotstichig ist, im Südosten dagegen ist der Himmel schon so Dunkel, dass die Berge fast nicht mehr zu sehen sind. Ich muss unbedingt daran denken, mir für den Rückweg etwas zu lesen zu kaufen.
Bevor wir schließlich St. Moritz erreichen, kommt der Schaffner nochmal durch den Zug, um sich zu verabschieden.
1.200 Höhenmeter haben wir während der Reise überwunden √¢‚Ǩ‚Äú es ist merklich kälter hier. Nachdem ich in letzter Zeit eher orientierungslos war, komme ich hier aus dem Bahnhof und finde mich sofort zurecht (sic!). Auf dem folgenden zweistündigen Spaziergang stelle ich allerdings fest, dass St. Moritz nicht meine Stadt ist: Rolls- Royce, Rolex, laute Stimmungsmache und Party- Girls √¢‚Ǩ¬¶
Also stehe ich um 20:00 Uhr wieder am Bahnhof am Gleis 2, von dem der Zug nach Chur gehen soll. Der geht allerdings auf Gleis 1√¢‚Ǩ¬¶ auf drei von vier Plänen ist die Zahl zwei mit einer 1 überklebt √¢‚Ǩ‚Äú ich habe auf den vierten geguckt.
Naja, um 21.20 Uhr geht noch einer; also gehe ich doch in St. Moritz was essen. Als ich um 21:20 Uhr wieder auf dem Bahnhof bin, schaut man mich freundlich lachend an: Dieser Zug geht nur Freitags. Hilfsbereit treibt man einen Lokführer auf, der meint, man könne ab 22:10 Uhr mit dreimaligem Umsteigen noch nach Chur zurückkommen. Habe ich Lust, im Zweifelsfall auf irgendeinem Dorfbahnhof in eisiger Kälte die Nacht zu verbringen, falls einer der Züge doch nicht geht? NEIN.
Also suche ich mir ein Zimmer – ich wollte mir die Übernachtung doch sparen…
Oh, was für eine Nacht√¢‚Ǩ¬¶ Nein nicht so √¢‚Ǩ‚Äú und wenn ich nicht wüßte, daß meine geliebte Frau das liest, würde ich ein “bedauerlicher Weise” hinzufügen . Party am Ort, ein hellhöriges Hotel; ich habe kein Auge zugemacht.
Der nächste Morgen, ich frühstücke in Ruhe im Hotel und mache mich dann auf den Weg zum Bahnhof.
Die Rückfahrt im Sonnenschein ist jeden Rappen wert, den ich für die √É≈ìbernachtung gelassen habe! Gläubige Menschen würden wohl zu Gott oder sonstwem beten, ich erlebe die alten Naturreligionen! Mir geht das Herz auf √¢‚Ǩ‚Äú so müssen sich Astronauten fühlen, wenn sie Mutter Erde von außen sehen. Es ist unbeschreiblich!
Eine Gruppe junger Mädchen steigt zu, fröhlich plaudern sie miteinander. Es reißt mich aus meinen Gedanken √¢‚Ǩ‚Äú sehen sie denn das alles nicht??? Wie kann man sich angesichts solch gewaltiger Schönheit mit Piercings, Schwangerschaften und Mathe befassen? √É≈ìber Kopfhörer höre ich “Absolute Beginners” und fühle mich genau so. Mit großen kindlichen Augen schaue ich in die Gegend √¢‚Ǩ‚Äú doppelt so alt und lebenserfahren wie mein Gegenüber, aber im Moment viel jünger√¢‚Ǩ¬¶
Danke
 P.S.: Allen, die diesen Eintrag etwas kitschig finden, sei gesagt: Stimmt! Und: dass mir gerade in Erinnerung der Reise die Tränen über das Gesicht rollen.Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
… und schon wieder ist eine Woche vergangen. Ich habe meine ersten Erfahrungen mit der Kompetenzverteilung in der kantonalen Verwaltung gemacht Das wird ein hartes Stück Arbeit, die IT konstruktiv zu verbessern!
Nichts desto Trotz macht mir die Arbeit viel Spaß – ein Gefühl, an dass ich schon nicht mehr geglaubt hatte. Und das liegt im Wesentlichen bei den Kollegen. Nicht, dass ich mit allen gut Freund sei, oder es werden wollte.
Aber – nein, ich muss anders anfangen: Kennt Ihr die “Typen”, denen Ihr Gegenüber völlig egal ist? Im Fernsehen werden sie meistens von Leuten gespielt, die diese – ich möchte nicht sagen Gefühlskälte; das ist es nicht; es ist ein vollkommenes Fehlen des Mitgefühls, also sage ich – Eigenschaft nicht haben. Das gibt dann die “Bösen” einer gewissen Lächerlichkeit preis. Die Schauspieler, die es können, bekommen die Rollen des eiskalten Killers; vielleicht, damit alles “Böse” vereint ist.
Im realen Leben erkennt man sie daran, dass sie auf Knopfdruck überzeugend lächeln können. In den unteren Positionen fallen sie nicht auf. Sie sind Meister des charmanten Umgangs, wirken verbindlich und zuvorkommend. Bei genauester Beobachtung könnte man bemerken, dass diese Verbindlichkeit und Zuvorkommenheit nur dort zutage tritt, wo sie demjenigen nützt. Aber zumeist wird sie dort “unten” noch auf sehr breitem Feld eingesetzt. Erst in den oberen Positionen fällt sie wie ein dünnes Tuch den “ungefährlichen” Untergebenen gegenüber ab. Fremden und Neuen begegnen sie immer noch mit der bekannten Freundlichkeit, man kann ja nie wissen. Ab gewissen Positionen dann merkt man im Umgang sofort, dass ihnen jeder Mensch sch…-egal ist, wenn er nicht was zu bieten hat. Dann geht das Getuschel los: “… früher, so ein netter junger Mann… …damals… höflich… Der Erfolg muss ihm zu Kopf gestiegen sein.” Nein, das ist die falsche Diagnose!
Tatsächlich fehlt diesen Menschen etwas, das für uns andere ganz natürlich ist: Ein Grundinteresse am Gegenüber. Da sie es nicht haben, lernen sie schon im kleinsten Kindesalter, es mit entsprechenden Verhaltensweisen zu kompensieren, damit sie nicht außen stehen. Der ganze Weg läuft völlig unbewusst ab – diese Menschen hätten auch keine Möglichkeit, sich anders zu entscheiden. Ab einer gewissen Größe einer Firma ist es unausweichlich, einer mehr oder minder großen Anzahl von ihnen zu begegnen. Da sie skrupellos Befehle von oben ihren Untergebenen durchsetzen können, sind sie im Geschäftsleben sehr erfolgreich. Man findet daher auf den höheren Positionen mehr von ihnen. Um beim Fernseh- Vergleich zu bleiben: Wer nur geringste Skrupel hat, schießt den Bruchteil einer Sekunde später – mit den mit viel roter Farbe gezeigten Folgen.
Insofern sei hier im Nebensatz eine Lanze für all die Manager gebrochen, die diesen Fehler nicht haben, und doch immer wieder gezwungen waren, sind und sein werden, harten Entscheidungen zu treffen. Für sie ist es wirklich hart!
Um jetzt den Bogen zu spannen: Ich habe im Laufe meines Berufslebens einen ganz zuverlässigen Instinkt für solche Menschen entwickelt. Bei uns in der Bibliothek gibt es niemanden von “ihnen”! Wir hatten in der Woche Besuch von einem “Head” einer externen Firma, der uns etwas verkaufen möchte. Dieser arme Mensch hat anscheinend das Syndrom. Aber er will was von mir Insofern ist er: höflich, zuvorkommend… zumindest gibt er sich Mühe, obwohl es ihm merklich schwer fällt. Und ich genieße es …
So, nun habe ich aber genug fabuliert. Beweise mögen die Psychologen (und vielleicht Genetiker) bringen – ich bleibe bei meinem Job.
Heute ist das Wetter nach zwei Tagen Regen wieder schön (in Nordeuropa hat ein heftiger Orkan gewütet…), und ich plane ein kurzes Stück mit dem Glacier Express zu fahren. Ein schönes Wochenende wünscht Euch Euer Wahlschweizer
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
Heute lief es fantastisch. Ich konnte mich in Ruhe meinen Aufgaben widmen, habe sehr konstruktiv einiges weggeschafft von dem, was sich die Tage angesammelt hatte.

Zum Bogenschießen komme ich heute leider wieder nicht. Letzten Mittwoch fiel für mich aus, da ich mich in den Finger geschnitten hatte, heute war ich nach der Arbeit noch mit Kollegen einen Wein trinken√¢‚Ǩ¬¶ Alkohol und Schießen ist natürlich absolut nicht drin!
So komme ich (vor dem Essen…) noch zum Schreiben. Den Tag gestern habe ich verzockt. Ihr wisst vielleicht, dass ich ab und zu WoW spiele. Für meine Frau zu exzessiv, für meine Mitspieler viel zu selten √¢‚Ǩ‚Äú so unterschiedlich kann die Perspektive sein realistisch komme ich im Jahr 2006 wahrscheinlich auf dreimal im Monat. Ich habe mir in dieser virtuellen Welt ein nettes Umfeld gesucht √¢‚Ǩ‚Äú Spieler, mit denen ich so manches “Abenteuer” bestanden habe Es ist eine nette Abwechslung, und so habe ich meinen Vertrag etwas verlängert, um hier in der Fremde wenigstens virtuell ein paar Bekannte in “gewohnter Umgebung” zu sehen.
Interessanterweise bin ich offensichtlich absolut kein typischer Computerspieler. Da gibt es die einen, die nicht davon lassen können. 12-16 Stunden – Sessions sind an der Tagesordnung. Dann die zweite Gruppe der Gelegenheitsspieler, die mehr oder minder regelmäßig mal ‘ne halbe Stunde ein Autorennen spielen. Und zum Schluss diejenigen, die damit absolut nichts anfangen können. Und ich? Ich kann mich drei, sechs oder auch 10 Stunden in das Spiel vertiefen … und dann Wochen und Monate lang gar nicht spielen. Tatsächlich war ich hier erst dreimal online. Das ist zwar über dem Durchschnitt des letzten Jahres, aber offensichtlich in meinem “normalen” Konsum anzusiedeln. Ich hatte damit gerechnet, dass ich deutlich häufiger spielen würde – gerade die einsamen Abende würden mich langweilen; so war meine Sorge. Nö! Ich gehe essen, lese, manchmal sehe ich fern, oft höre ich Hörbücher. Nach gestern allerdings ist das Gefühl, dass ich Claudia und meine Kinder vermisse, viel stärker geworden. Onlinerollenspiele sind eben doch nur eine “Ersatzbefriedigung”.
Ich freue mich darauf, wenn sie mich besuchen kommen! Genausogroß ist allerdings auch meine Angst vor deren Abreise. Ich nehme an, dass die Tage danach fürchterlich für mich werden.
Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
ACHTUNG: Bitte Geduld – nach dem √É‚Äìffnen der PopUps dauert es je nach Leitung eine Zeit, bis der Film angezeigt wird.
Dieser Beitrag sollte schon am 07.01.2007 erscheinen. Mangels vernünftiger Upload- Möglichkeiten habe ich den Film nicht ins Netz bekommen. Hier ist er nun, der Film, der meinen Heldenhaften Aufstieg zum Pixoggel dokumentiert:
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… eigentlich war es ja schon mein zweiter Aufstieg… aber mein blamabler erster Versuch bis knapp 500m soll vergessen werden
Heute habe ich dann den zweiten “kleineren Berg” erklommen: den Mittenberg.
XXX
Die Fotos findet Ihr in der Kategorie “Ausflug zum Mittenberg.
Das Bergwandern tut mir richtig gut! In vielen Romanen werden die Kuren beschrieben, in denen die Patienten zum ewigen Liegen verdonnert wurden. Was für ein Quatsch! (Hier kommt die zweite mögliche Bedeutung des Wortes Patient zum tragen: der Erduldende√¢‚Ǩ¬¶) Die Bewegung ist das, was gut tut! Um es mal mit der Sprache von Hamo (Hans Morgenthaler) zu sagen: Ich pisse und rotze, als gelte es, alles Gift, was ich die letzten Jahre in Berlin gefressen und gesoffen habe, aus mir herauslaufen zu lassen.
So, jetzt gehe ich Wäsche waschen.
Liebe Grüße
Sven
P.S. (12. Jan. 2008) Die Video- Anzeige wird überarbeitet… ich bitte um Geduld
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
Irgendwie erfasse ich das alles gefühlsmäßig noch nicht. Natürlich bin ich ein bisschen einsam, habe aber soviel vor, dass ich mich nicht langweile. Mein riesiges Filmarchiv ist immer noch unangetastet – ich esse Abends noch etwas, erledige meine Korrespondenz, lese und gehe schlafen√¢‚Ǩ¬¶ Die Arbeitstage sind sehr anstrengend, machen aber richtig Spaß! Es erfordert von mir noch viel Konzentration, den Gesprächen in Schwyzerdütsch zu folgen. Interessant, wie das etwas Derbe des Deutschen mit südländischer Melodie gepaart wird. Und obwohl hier alle problemlos hochdeutsch verstehen und sich anscheinend auch nicht daran stören wenn ich es spreche, ertappe ich mich dabei, nach passenden Vokabeln zu suchen, wenn ich etwas sagen möchte, von dem ich unterbewusst schon weiß, dass es hier anders ausgedrückt würde. Wenn ich nur daran denke, wie ausgegrenzt man in bestimmten deutschen Gegenden ist, wenn man hochdeutsch spricht. Man fühlt dort sofort, dass man nur ein Zugereister ist, unwürdig, in die örtlichen Verhältnisse eingeweiht zu werden.
Es kommt mir hier ganz anders vor. Natürlich bin ich fremd, aber tiefergehende Kontakte gibt es nirgendwo über Nacht √¢‚Ǩ‚Äú halt das ist missverständlich Will sagen, dass Freundschaften sich über Jahre entwickeln. Aber ich fühle mich im Kollegenkreis sehr wohl und werde sehr verständnisvoll akzeptiert. Interessanterweise bin ich Abends so geschafft, dass ich auch keine Energie mehr für Kontakte habe.
Heute, am dritten Tag der Woche, stellt sich fast ein Gefühl des Alltags ein √¢‚Ǩ‚Äú allerdings auf keine Weise desillusioniert und deprimiert √¢‚Ǩ‚Äú mehr derart, dass sich bestimmte Abläufe etabliert haben. Und das, obwohl ich aus dem Koffer lebe. Tatsächlich kann ich wahrscheinlich von meinen Habseligkeiten in Berlin 90% wegwerfen. Ich komme ohne sie aus√¢‚Ǩ¬¶ Ich lebe gut, reduziert auf das Wesentliche, aber gut! Bis auf meine Familie und meine Freunde fehlt mir nichts.
Wie oben schon erwähnt erfasse ich das alles gefühlsmäßig noch nicht. Es ist eine bis dato ungekannte eine Leere in mir.
Liebe Grüße
Sven
P.S.: Den “neuen” Bond habe ich am Wochenende gesehen√¢‚Ǩ¬¶ und habe eine ausgesprochen peinliche Erfahrung gemacht: Wisst Ihr wie es ist, wenn man einen Film voller versteckter Markenwerbung sieht und einem beim Griff zum Handy auffällt, dass man ein Großteil der beworbenen Statussymbole bei sich trägt? OK, das Auto fehlt noch, aber ich arbeite daran√¢‚Ǩ¬¶
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
Nun habe ich schon wieder eine große Pause gelassen√¢‚Ǩ¬¶ Die wäre eigentlich nicht entstanden, wenn der Upload eines Filmes via UMTS nicht so entsetzlich lange dauern würde. Ich hatte nämlich am Wochenende eine Videobotschaft vorbereitet.
Mein zweiter Berg- Ausflug – diesmal mit vernünftigem Schuhwerk! Und das war auch gut so Die Wege hier in den Bergen fangen nämlich ganz groß und bequem an. Man läuft mal mehr, mal weniger gemütlich, bis man plötzlich feststellt, dass es links eine Felswand hinauf und rechts gut 500m eine Wand hinunter geht. Der Weg wird dann fast unmerklich immer schmaler zu einem etwas über fussbreiten Pfad, die Abdrücke im Schnee stammen von Bergziegen. Ab und zu ein Köttel- Haufen. Für einen Stadtmenschen sehr ungewohnt. Bei ca. 1300m habe ich dann umgedreht – mein Aufenthalt hier soll noch ein wenig länger gehen…
Für den Abstieg habe ich diesmal eine Seilbahn benutzt – auch nichts für Leute mit schwachen Nerven
Es gibt zwar noch keinen Film (den Upload hole ich schnellstmöglich nach) aber aktuelle Fotos. Viel Spaß beim Stöbern!
Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
… ja, Ihr habt richtig gelesen: Ich konnte heute schon anfangen zu arbeiten!
Gestern war ich bei der Stadtverwaltung und habe mein Gesuch um eine Aufenthaltsbewilligung abgegeben: keine fünf Minuten Wartezeit… Auf die Frage, ab wann ich anfangen könne zu arbeiten antwortete der freundliche Beamte: “Nur zu, sie können sofort anfangen.” Ich daraufhin schnell meine letzten Einkäufe erledigt (Schuhe!!! ) und zu meinem Chef gegangen. Der bat mich, sicherheitshalber nochmal bei der Fremdenpolizei nachzufragen. Die ist direkt gegenüber, also bin ich gleich vorbei gegangen: “Sie können sofort anfangen, wenn Sie bei der Stadtverwaltung alle Unterlagen abgegeben haben. Sie brauchen nicht erst auf unsere Bestätigung zu warten.” Wobei alle Unterlagen ein einseitiges Formular, eine Kopie des Ausweises, ein Passbild und eine Kopie des Arbeitsvertrages bedeutet. Großartig!
So konnte ich heute dann richtig loslegen… Es macht in dieser Umgebung doppelt Spa√جø¬Ω! Hier der Blick vom Klo
Damit werde ich den – zugegebenermaßen kurzen – Beitrag für heute schon schließen. Ich habe mit einem Kollegen einen Job auf die Datenbank losgelassen und wir wollen nochmal sehen, was passiert ist … Drückt mir die Daumen.
Liebe Grüße
Sven
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Geschrieben von: Sven in Allgemein
hmmmm, Feiertag in einer fremden Stadt. Morgens um acht werde ich von Fahrzeugen geweckt, die anscheinend die Straßen räumen. Feiertag? Ich drehe mich nochmal um und döse bis 10:30 Uhr weiter. Nach einer Katzenwäsche mache ich mich auf den Weg, die Stadt zu erkunden.
Tatsächlich: Feiertag. Alles zu. Mein Stadtführer taugt leider nix. Zu akademisch. Trotzdem gehe ich vor dem Frühstück erstmal den Rundgang Nr.2 ab… In der Altstadt finde ich mich trotz der verwinkelten Gässchen inzwischen ganz gut zurecht. Nach 1,5 Stunden Fußmarsch suche ich mir ein Caf√ɬ© und esse erstmal einen warmen Apfelstrudel. Dabei werfe ich einen Blick in die Baseler Zeitung – nicht so mein Geschmack. Der Capuccino schon eher – Kaffee ist hier in Chur richtig gut!
Derart aufgewärmt mache ich mich auf den Weg zum Rhein. Je näher ich komme, desto lauter wird ein gleichmäßiges Rauschen. Nein, es kommt nicht vom Fluss, sondern von der Autobahn, die am Fluss entlang führt. Es ist zwar logisch und praktisch, Strassen und Eisenbahnen am Fluss entlang zu legen, aber auch ausgesprochen Schade! Ich lasse mich davon aber nicht abschrecken und wandere durch leichten Schneematsch etwa drei Kilometer die Uferpromenade entlang. Links entdecke ich im Berg eine Ruine und überquere auf der nächsten Brücke den Rhein.
Beim Aufstieg fallen mir vor allem zwei Dinge auf:
- Meine “Stadt-Menschen-Steifel” sind hier absolut ungeeignet!
- Ich sollte definitiv mehr Sport treiben.
Bei der ersten Gelegenheit mache ich Pause und genieße ein wolkenverhangenes Panorama von Chur. Bevor ich anfange zu frieren, mache ich mich weiter an den Aufstieg. Eigentlich müsste ich allmählich auf der richtigen Höhe sein. Wo ist die Ruine geblieben? Hinter einem Waldstück taucht sie auf – auf einem Felsen, nicht zugänglich, wenn man nicht klettern kann… Aber sehr beeindruckend! Nachdem ich festgestellt habe, dass ich mit meinem Schuhwerk den Felsen nicht umrunden kann, mache ich mich an den Abstieg. Ich erspare dem geneigten Leser das folgende Trauerspiel. Nur soviel: Diverse Streckenabschnitte legte ich auf allen Vieren zurück. Meine Ohren machen mir leider auch dabei noch ein bisschen zu schaffen.
Glücklich und gesund unten angekommen überquere ich wieder den Rhein und mache mich auf den Weg zum gegenüberliegenden Berg. Nein, hoch will ich nach der Erfahrung nicht mehr – zuerst wird vernünftiges Schuhwerk gekauft. (Gute Ausrede – ich hätte auch kaum noch genug Kraft gehabt… verweichlichter Flachländer!) Am Fuß des Berges schlage ich mich zurück zur Churer Altstadt und komme um 16.00 Uhr im Hotel an (ich wohne im schönen, alten, frisch renovierten und freundlich geführten Hotel Restaurant Rebleuten).
Immerhin: 5 1/2 Stunden Wanderschaft – für einen ungeübten ganz OK. Im Zimmer packe ich zunächst meinen Koffer aus und richte mich häuslich ein. Anschließend mache ich eine Stunde Pause und schlafe sogar noch 15 Minuten. Auf dem Rückweg hatte ich bemerkt, dass inziwschen ein paar Läden geöffnet waren. Ich gehe also wieder nach draussen, wo ich tatsächlich einen Buchladen finde, in dem ich mich mit Lektüre über Graubünden eindecke. Anschließend begehe ich eine Totsünde (für einen Menschen mit Weizenallergie): Ich setze mich in ein kleines italienisches Restaurant und esse eine Pizza. Die Pizza soll hier in Chur erstklassig sein – bei diesem Italiener war sie nur durchschnittlich.
Den Abend will ich mit einem Kino- Besuch abschließen: Casino Royale habe ich immer noch nicht gesehen und freue mich drauf, bis ich an der Kasse erfahre, dass der Film heute ausverkauft sei… Das ist dann der Unterschied zu einer Großstadt, in der der Film in 20 Kinos läuft, in fünf davon in zwei Sälen gleichzeitig. Nun – ich bin ja noch ein paar Tage hier
Liebe Grüße
Sven
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