Archiv für Februar 2007

√¢‚Ǩ¬¶ Ich habe also versucht, das Beste daraus zu machen: Ich bin ein paar mal auf verschiedenen Wegen durch die Altstadt gezogen und habe das Treiben beobachtet. Definitiv nichts für einen verheirateten Mann alleine√¢‚Ǩ¬¶

Dann also im Hotel, im Zimmer alleine, war es nicht auszuhalten. Aber die Band im Hotel klang ausgezeichnet. Die Sängerin mit einer Stimme, die ein Gemisch aus Melissa Etheridge und Alannah Myles ist, die Musik Rock querbeet. Ich also runter und habe einen Platz in einer Ecke direkt hinter der Band gefunden. Von hier aus konnte ich alles überblicken (und war aussen vor√¢‚Ǩ¬¶).

KräschDie Musik war einfach spitze, die Band, Kräsch, stand mitten im Publikum, die Sängerin hat mit den Feiernden getanzt, der Schlagzeuger nebenbei lobende Grüße entgegengenommen, es war, als würden sie zufällig mitspielen / singen. Sie waren bestens aufeinander eingespielt, Absprachen funktionierten über Augenkontakt, es brauchte nur einer etwas vorzugeben und alle legten passend los √¢‚Ǩ‚Äú das Hotel Rebleuten kochte!

Keith Richards hat einmal in einem Interview gesagt, wie schwer es ihm falle, dass das Publikum ihn direkt ansehe: “Sie wollen mit dir kommunizieren, aber das geht nicht, wenn ich mich auf den nächsten Riff konzentrieren muss√¢‚Ǩ¬¶” Und der Typ verdient mehr an einem Abend, als die ganze Band Kräsch im ganzen Jahr √¢‚Ǩ‚Äú ist schon irgendwie ungerecht.

Als nun die Band Feierabend gemacht hat, habe ich mich schnell wieder auf mein Zimmer verzogen √¢‚Ǩ‚Äú diesmal aus Sicherheitsgründen; sonst könnte ich das hier nicht schreiben.

Scheiße, ich bin im wahrsten Wortsinne angeheizt und unbefriedigt √¢‚Ǩ‚Äú und das meine ich nicht nur sexuell √¢‚Ǩ‚Äú jetzt höre ich noch ein bischen Melissa Etheridge, und morgen Abend werde ich mich in ein Computerspiel flüchten√¢‚Ǩ¬¶

Tatsächlich scheint die Kunst darin zu bestehen, zum richtigen Zeitpunkt die falsche Situation zu vermeiden. Faszinierende Erfahrung. Und: Nein, mein Herz, noch bin ich bei weitem nicht an meiner Grenze √¢‚Ǩ‚Äú kein Grund zur Sorge! ;-)

Gute Nacht

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Die Stadt ist voller Menschen und voller Musik √¢‚Ǩ‚Äú und ich habe mich die ganze Zeit noch nie so einsam gefühlt!

Ich habe schon in Berlin Schwierigkeiten gehabt, mich in fröhlichen Menschenmassen zurecht zu finden; wohl gefühlt habe ich mich selten. Ein guter Cognac in kleiner Runde ist mir lieber.

FastnachtHier ist Fastnacht. Die Menschen sind alle gut kostümiert:
Es gibt Hexen, Elfen, Bienen, Katzen, Ärzte und Krankenschwestern, sogar Sherlock Holmes ist mir begegnet.

Schon insofern stehe ich in meinen Klamotten völlig außerhalb. Dazu kommt die Sprachbarriere. Im Alltag verstehe ich die Schweizer schon recht gut, aber hier in der lauten Umgebung ist es nahezu aussichtslos. Und trotzdem √¢‚Ǩ‚Äú das ist nicht der Grund. Ich wäre auch so außen vor. Verklemmt, spießig, was auch immer, ich finde keinen Zugang. Ich freue mich an der guten Laune der Leute und an den Kostümen, aber immer als aussenstehender Beobachter. Ganz schön deprimierend√¢‚Ǩ¬¶

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Die RoseVielleicht sollte ich eben noch die Geschichte erzählen, wie es zu der Rose auf dem Gipfel kam.

In dem Laden, in dem ich heute morgen einkaufen war, gibt es auch einen Blumenstand. An dem habe ich die Rose gesehen und mir gedacht, dass ich sie gerne für Claudia kaufen würde√¢‚Ǩ¬¶

Nur wie sollte ich sie nach Berlin bekommen? Da kam mir die Idee mit dem Foto auf dem Gipfel. Ich bin also durch die Altstadt mit meinen Skiern, den Stöcken und der Rose in der Hand gestiefelt √¢‚Ǩ‚Äú und wurde sehr schräg angesehen: Ein Pistenhengst auf Freiersfüßen. :D

In der Gondel kam mir dann die Frage, wie ich mit Stöcken und Rose den Schlepplift überstehen wollte√¢‚Ǩ¬¶ Ich habe sie mir unter die Jacke hinten in die Hose gesteckt, und sie hat tatsächlich bis oben durchgehalten.

Liebe Grüße
Sven

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Was soll ich sagen? Ich habe natürlich Blut geleckt! Der Rückweg gestern vom Lift zum Hotel war der Horror. Die Schienenbeine blau und wund von der ungewohnten Belastung haben sich in den harten Stiefeln auf dem Fussweg zurück richtig aufgerieben.
Egal, nachdem ich heute Vormittag ein paar Dinge erledigt hatte, habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Der Weg zum Lift war fürchterlich, aber diese Art von Schmerzen kannte ich ja von der Tanzausbildung. Dagegen war das hier ein Pappenstiel ;-)

Hatte ich gestern noch mit der Piste gekämpft, fand ich mich heute schon deutlich besser zurecht. Wahrscheinlich haben sich über Nacht die alten Synapsen reaktiviert. Mir gelangen die ersten weichen und guten Schwünge. Und plötzlich machte es “Klick”: Ich hatte die ganze Zeit versucht, die Ski mit Gewalt in die Richtung zu drehen, die ich haben wollte. Dabei laufen die Dinger ganz von alleine! Nur eben nicht gegen, sondern mit der Piste. Natürlich hatte ich mir jeden Abschnitt einmal von oben in Ruhe angesehen, bevor ich mich todesmutig hinabgestürzt hatte. Aber ich hatte auf die falschen Dinge geachtet.

Es ist relativ egal, wo es steil ist. Interessant sind die Punkte, an denen man gut drehen kann.

Als ich so mit viel Speed einen Hang hinabwedelte, fiel mir auch wieder ein Gedanke aus den Anfängen ein: Es ist gemein, dass ein Anfänger die schwierigen engen Kurven mit viel Richtungsänderung fährt, wogegen der Fortgeschrittene nur ein leichtes ZickZack in den Schnee wedelt.

Und wie ich so in tieferstehender Sonne vor mich hin heizte, tauchte vor mir ein großes dunkles Loch auf. Loch ist die falsche Beschreibung: die Piste verschwand einfach im Nichts. Da war ich froh, als Anfänger die harten Richtungsänderungen geübt zu haben!

Tatsächlich ging hinter einer Kuppe die Piste steil nach unten und wurde von der Sonne nicht mehr beschienen. Durch die Sonnenbrille verschwand sie einfach.

Allmählich geht der Kampf gegen die Piste in ein Spiel mit der Piste über.

Es hat durchaus Vorteile, in den Bergen zu wohnen! ;-)

Liebe Grüße
Sven

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Wahrscheinlich war es eh nur eine Frage der Zeit. Man muss einfach Verständniss dafür haben. Ich bin hier schließlich einsam und alleine! Da braucht Mann auch mal ein bisschen Ablenkung.

Letzten Donnerstag ist es also passiert.

Wie bitte? Nein, wo denkt Ihr hin? So ein Quatsch!

Ich habe mir eine Ski- Ausrüstung gekauft, darum geht es. :D

Ansich ist das in diesem Halbjahr nicht drin, aber ich kann nicht jedes Wochenende alleine Wandern gehen. Lange hatte ich hin und her überlegt, ob ich gleich mit Snow- Boarden anfangen soll. Die Preise für die Ausrüstung nehmen sich nichts √¢‚Ǩ‚Äú allerdings hätte ich mir hier für den Einstieg Unterricht leisten müssen. Ski- fahren dagegen kann ich doch, oder? Schließlich war ich vor 20 Jahren einmal 10 Tage auf Klassenreise in Tirol zum Ski- fahren, und dann sogar noch einmal für ein verlängertes Wochenende im Harz√¢‚Ǩ¬¶ das ist nur 15 Jahre her. ;-)

Was soll ich sagen, gestern, am Freitag, hatte ich etwas Angst vor meiner eigenen Courage√¢‚Ǩ¬¶ Ein fremdes Ski- Gebiet, ganz alleine und auf neuem Material: Carving- Ski √¢‚Ǩ‚Äú die gab’s damals noch nicht. Aber jetzt durfte nicht gekniffen werden. Das erste Problem stellte sich mir so dar: Wie komme ich vom Hotel in der Altstadt zu Lift? Da musste ich wohl oder übel durch: ca. 10 Minuten Fussweg in den Ski- Stiefeln; mir taten die Füße schon weh, als ich am Lift ankam. Egal, am Lift löste ich die verbilligte Karte für Einheimische :D und stieg in die Gondel, die 45 Personen fast. Nach wenigen Minuten Wartezeit gings auch schon los, nahezu senkrecht nach oben auf ca. 1200m. Oben steigt man in eine kleinere Gondel um (vier Personen), die nicht ganz so steil, aber einen längeren Weg zurücklegt bis auf ca. 1500m.

Glück gehabt: Es lag noch Schnee! Die Stunde der Wahrheit rückte näher. Ich klemmte mir die Bretter unter die Füße und ließ mich den flachen Hügel herunter rutschen. Das fühlte sich ganz normal an. Der Hügel war also hinter mir, ich nicht gestürzt√¢‚Ǩ¬¶ aber wo ging es weiter? Rechter Hand stehen hübsche Häuser (von denen einige auch zu verkaufen sind, aber wie komme ich von hier oben zu Arbeit?), links ein schöner Ausblick ins Tal. Nirgens eine Piste, kein Lift. Aber alle stapften auf dem breiten Weg weiter. Nachdem ich mich mit einem Gemisch aus Ski- und Schlittschuh- Technik müde gekämpft hatte, schnallte ich die Skier nochmal ab.

Also weiter gelaufen – autsch, das tat weh! Hier sind die Snowboarder mit ihren weichen Boots zu beneiden. Endlich (keine fünf Minuten später) entdeckte ich ein Bergrestaurant und den Lift. Also Ski wieder untergschnallt und am Lift angestellt. Oh je, wusste ich noch, wie das ging? Ist schon peinlich, wenn man aus dem Lift fällt√¢‚Ǩ¬¶ √É≈ìber meine Sorge vergaß ich, dass man am Lift seinen Skipass in den Kartenleser stecken muss. An der Schleuse angekommen nestelte ich umständlich meine Karte aus der Tasche. Ohne die Stöcker kam ich aber nicht richtig durch das Drehkreuz √¢‚Ǩ‚Äú ein jämmerlicher Anblick muss sich den anderen geboten haben. Dafür hat die Auffahrt ohne (sichtbare) Zwischenfälle funktioniert! Ich hatte den Anker für mich alleine. Kurz vor Schluss fiel mir ein, dass ich ja irgendwie aus dem Lift raus musste. Ich tauschte hektisch die Stöcker von rechts nach links, schon kam das Ende des Lifts auf mich zu. Ops, die Stöcker müssen in die rechte Hand – egal wird schon irgendwie gehen. Es ging! Gut das es so leer war.

Karte BrambrüeschSo stand ich nun vor meiner ersten Abfahrt. Man war das steil hier. Hatte ich die falsche Piste erwischt? Blau sollte doch leicht sein√¢‚Ǩ¬¶
Es gab aber nur eine Piste nach unten. Na gut, Augen zu und durch. Ah, der erste Umsteigeschwung hatte funktioniert. Ich hatte mich richtig erinnert, wenn man quer zum Hang fährt, kann er so steil sein, wie er will. Schlimm ist nur der Moment, in dem man sich für die Kurve in die Tiefe stürzen muss.
Spannend: Man muss den Lift überqueren. Ich hatte Glück, es kamen gerade nicht soviele nach oben, so dass ich eine gro√جø¬Ωe Lücke erwischte und ohne Schwierigkeiten durchkam. Computerspieler sind hier eindeutig im Vorteil. :D

Ich hielt mich ganz links, da es hier nicht so steil war. Links war also der “blaue Teil” der Piste, rechts der rote. Allerdings mussten sie letztendlich doch das selbe Gefälle überwinden. Wenn meine jetzt also weniger steil war√¢‚Ǩ¬¶

Genau, vor mir tauchte hinter einer Kuppe das steilste Stück der Abfahrt auf √¢‚Ǩ‚Äú blau markiert. Hatte ich die Markierungen falsch im Kopf gehabt? Schwarz = tödlich für mich, rot = lieber ein andermal und blau = sollte gehen, ohne eine Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu müssen. Da es leer war, konnte ich mich quer zum Hang durch das Stück kämpfen. Obwohl sich meine Skier des öfteren überkreuzt hatten und ich auch sonst nicht wirklich die Kontrolle innegehabt hatte, war ich noch nicht einmal gestürzt.

Um es abzukürzen: Es gab Abschnitte, da verdiente die Piste die blaue Markierung. √É‚Äìfter allerdings kam sie mit der roten zusammen. Und da hatte es mich auch prompt das erste Mal zerlegt. So richtig mit Ski verlieren etc. Das war beruhigend: Die Bindungen funktionierten, und waren korrekt eingestellt.

Die zweite Abfahrt verlief dann deutlich besser, woraufhin ich wagemutig wurde. Wenn ich die rote Piste hier fahren konnte, dann auch ganz oben.

Dazu steigt man nach dem Ankerlift, der bis auf ca. 1900m geht, noch in einen Sessellift. Mit dem geht es spektakulär am Berghang entlang auf 2.200m hinauf, rechts, 1.500 m unter einem schlängelt sich leuchtend blau der Rhein durch das Tal.

Tatsächlich war diese rote Piste noch ein bischen schwieriger, aber ich meisterte alles ohne Stürze √¢‚Ǩ‚Äú wenn auch mit vielen Pausen. Eine richtige Pause gönnte ich mir dann auch im Bergrestaurant unter strahlender Sonne bei einer Apfelsaftschorle.

Insgesamt bin ich dreimal an diesem Tag gestürzt, zweimal davon hat es mich richtig zerlegt. Aber alles ist heil. Natürlich tun mir die Knochen weh. Und rückblickend muss ich sagen, dass meine Aktion totaler Wahnsinn war: ohne Erfahrung mit neuem (und daher völlig unbekanntem) Material auf eine fremde Piste zu gehen, sollte niemand nachmachen!

Aber Spaß hat es gemacht ;-)

Liebe Grüße
Sven

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Liebesbrief

 

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Ein CafeSo, zweiter Anlauf ;-) . Also, die Fahrt war wie beschrieben atemberaubend! Aber ich will am Anfang beginnen.

Die erste Überraschung kam, als ich die Treppen zum Gleis heraufstieg, auf dem der Zug abfahren sollte.
Ich stand plötzlich auf der Straße, vor mir ein roter Zug. Nein, keine Straßenbahn – ein richtiger Zug! Ich stieg also ein und suchte mir einen Platz. Mit einem Zug durch die Stadt zu fahren, war schon ein merkwürdiges Erlebnis. Der normale Verkehr um uns herum stand, während wir gemütlich durch die Straßen zuckelten.

Schnell waren wir aus Chur heraus und in die Berge getaucht. Es hatte Nachts geschneit, so dass die Bäume an den Hängen weiß bedeckt waren. Hänge ist vielleicht das falsche Wort: Nahezu senkrechte Felswände, graues Gestein. Mit Bäumen bewachsen… Ein irrer Anblick.

Mir gegenüber saß ein orthodoxer Jude mit grauen Haaren, aber einer fast kindlich frischen Haut, der abwechselnd rechts und links aus dem Fenster sah. Dabei verzog er keine Miene.

In Arosa angekommen spazierte ich erst ein wenig durch die Gegend und ging dann in ein Caf√ɬ© (s.o.), um mich etwas aufzuwärmen und die Zeit bis zum Essen zu überbrücken. Ich hatte großen Hunger, aber in Arosa gibt es in den Restaurants erst ab 18:00 Uhr etwas zu essen…

Zum Abendbrot hatte ich mir dann ein chinesisches Restaurant ausgesucht – nur: ich fand den Eingang nicht. Endlich entdeckte ich ein Schild: Um zum Chinesen zu kommen musste man durch ein anderes Restaurant gehen. Ich bekam in dem völlig leeren Restaurant den Katzentisch direkt neben dem Durchgang zur Küche zugewiesen. Na gut, wenn alles in nächster Zeit reserviert ist… Bei der Bestellung wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass der Reis zum Gericht extra kostete. Als ich auf die Toilette wollte, musste ich feststellen, dass die Tür nur gegen Zahlung von einem Franken zu öffnen war. Wer mich kennt, weiß, daß mir der Appetit gründlich vergangen war. Ich ließ mir mein Geschäft nochmal durch den Kopf gehen – schon aus Prinzip würde ich diese Toilette nicht benutzen.

Dann kam das Essen. Und … es war leider großartig! Ich habe noch nie so gut chinesisch gegessen.

Die Quittung kam hinterher. So wurde der Wein zwar in 10dl- Mengen ausgepreist, aber in 20dl- Mengen ausgeschenkt.

Ich kann diese Art der Geldschneiderei nicht leiden. Es ist ja mehr ein herumdrucksen, man will den wahren Preis nicht nennen. Widerlich.

Voller Genuss ging ich zum Pinkeln auf das Bahnhofsklo… ;-)

… und fuhr dann wieder nach Hause.
Liebe Grüße
Sven

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