Archiv für März 2007

Es ist eine tolle Erfahrung, festzustellen, wieviele Leute an einen denken. Mir hilft es über die abendliche Einsamkeit hinweg. Wobei Einsamkeit doch zu dramatisch formuliert ist. Heute bin ich in ein kleines Jazzkonzert gegangen – und beim Knüpfen von Kontakten halte ich es wie die Schweizer: ich lasse mir Zeit. Womit wir beim eigentlichen Thema wären.

Durch die große Zahl der Deutschen in der Schweiz hat natürlich auch die Berichterstattung zugenommen. Die ist – wie so oft in den Medien – stark Zielgruppengefärbt, und die Diskussionen werden mehr oder minder unsachlich und emotional geführt. Da geniert sich eine Deutsche wegen des lauten Tons, in dem eine deutsche Reisegruppe Pistenverhältnisse und Restaurants analysiert. Aus der verständlicherweise pikierten Haltung anwesender Schweizer wird der Schluss gezogen, das “die Schweizer” “die Deutschen” für arrogant halten.

Ich erlaube mir mal, mich ein bisschen aus dem Fenster zu lehnen:

  1. Die Angst vor Ausländern verhält sich in wahrscheinlich allen Teilen der Erde umgekehrt proportional zum Bildungsniveau. Das lässt sich an deutschen Stammtischen genauso wie im schweizer Arvenstübli beobachten.
  2. Reisegruppen jedweder Nation neigen dazu, ein schlechtes Licht auf ihr Herkunftsland zu werfen. Um es mal von Schweizern und Deutschen zu lösen: Hat von Euch schonmal jemand junge Engländer beim Strandurlaub erlebt? Oder Finnen, die sich über Alkoholpreise freuen, die überall niedriger sind, als in ihrer Heimat? Damit will ich Fehlverhalten im Urlaub keineswegs gutheißen! Nur sollte man daraus kein Verhältnis von Schweizern und Deutschen ableiten.
  3. In den meisten Artikeln ist davon die Rede, dass “die Deutschen” mit ihrer direkten Art die Schweizer brüskieren, wohingegen “die Schweizer” alles etwas zurückhaltender angingen. Der schwere Fehler ist, die Hast, mit der in Deutschland in blindem Aktionismus agiert wird, für Schnelligkeit zu halten. Ich habe dagegen das Gefühl, das Schweizer grundsätzlich mehr auch an andere denken und deren Belange mit einbeziehen. Das kostet natürlich Zeit und Energie – eine Investition, die das Zusammenleben erheblich angenehmer gestaltet! Davon können sich einige Nationen eine dicke Scheibe abschneiden.
  4. Typisch deutsch ist die Angst, nicht geliebt zu werden. Seid mal ein bisschen selbstbewusster! Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten einiges auf die Beine gestellt, auch wenn sich aktuelle Regierungen dabei zu übertreffen suchen, das Land in den Dreck zu fahren.

Um zum Schluss zu kommen: Zurückhaltung, Aufmerksamkeit und Höflichkeit stehen jedem gut zu Gesicht! Und diese Tugenden sollten für jeden Ausländer – egal von wo er kommt, und wo er sich aufhält – selbstverständlich sein. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn – selbst wenn er ein konsensdemokratischer, zurückhaltender und stolzer Schweizer ist ;-)

Liebe Grüße
Sven

P.S.: Ein Vorurteil kann ich natürlich bestätigen: Es gehen nur die besten und höchstqualifizierten in die Schweiz :D

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Ich muss mit einem Geständnis beginnen: Den Zauberberg habe ich nach
10 Wochen immer noch nicht durch.

Auf der einen Seite ist es interessant, die Erlebnisse zu vergleichen. So beobachte ich Hansens unbegründetes Herzklopfen auch an mir – beispielsweise wenn ich abends im Bett lese. Und weder der Zauberberg, noch Spektrum d.W. sind so aufregend… und – ja – ich bin alleine im Bett! :-) Meine Zigarren dagegen schmecken wie gewohnt gut. Glücklicherweise haben sie den Flug überlebt. Mein guter kleiner Koffer ist nämlich reichlich lädiert. Andererseits fesselt mich das Buch nicht so.

Ich habe ein nettes Dorf bei Chur gefunden, und dort eine schöne Wohnung, in der meine Familie und ich es uns gut gegen lassen können. Mehr dazu, sobald es konkret wird. Jetzt lasse ich den Abend mit meiner Zigarre und einem Glas Rotwein ausklingen.
Bis bald, Sven

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Wie sieht dieser Text im Blog aus? Kann ich =C3=BCberhaupt Umlaute =
verwenden?

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… habe ich nicht mehr geschrieben – Asche auf mein Haupt! Es tut mir leid, dass ich Euch so vernachlässigt habe! Ich hatte einen Komunikationsstau ;-) Und noch meine meine Bitte um Verzeihung an alle, die noch auf eine EMail von mir warten – es geht jetzt wieder weiter!

Es ist Sonntag, 10:00 Uhr und ich sitze im Bett, quäle mich ein bisschen durch den “Zauberberg” und höre Mahlers Erste. Ein Spalt im Vorhang lässt schönen Sonnenschein erahnen – ich genieße die Vorfreude auf draussen. Tatsächlich bin ich seit 8:00 Uhr wach – das Hotel ist voll und die Gäste sehr unternehmungslustig. Da an Schlaf nich mehr zu denken ist, habe ich es mir also gemütlich gemacht und mir das Buch vorgenommen. Gestern hatte ich überrascht festgestellt, das mein Französisch noch reicht, den den groben Zusammenhängen im Kapitel über die Fastnacht zu folgen. Es ist größtenteils auf Französisch verfasst.

Hatte ich erzählt, dass ich neulich auf der roten Platte war? Das ist der zweithöchste Berg von Chur. Nach einem anstrengenden Aufstieg (zumindest für mich, auch wenn mich zwei/drei Einheimische gemütlich spazierend überholt haben…) geht es über einen Grat zu einem Felsvorsprung, von dem aus man einen fantastischen Blick über das Rheintal hat.

Blick über Chur

Man steht völlig frei, ohne Geländer o.ä. am Abgrund, gute 1.200 Meter geht es hinunter.
Jetzt treibt es mich nach draussen – mal sehen, was der Tag so bringt.

Liebe Grüße
Sven

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Liebe Freunde,
zu lange habe ich nichts mehr geschrieben… Das soll sich =C3=A4ndern! Ich =
habe mir jetzt eine M=C3=B6glichkeit geschaffen, Eindr=C3=BCcke direkt – =
von unterwegs – festzuhalten. Damit ist vielleicht auch das Problem des =
kitschigen Stils gel=C3=B6st. :-) =20
Liebe Gr=C3=BC=C3=9Fe, Sven

P.S.: Ich sehe, dass es hier noch Optimierungspotenzial gibt… ;-) Ich arbeite daran. Gruß, SK

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