Archiv für Dezember 2007

Ich habe eine Kollegin, die ein Fan vom Fluch der Karibik ist. Nachdem ich den dritten Teil gesehen hatte, erzählte ich Ihr, dass ich ihn nicht so gut fand.In welchem Kino ich ihn denn jetzt noch gesehen hätte, kam die Frage zurück.

  • Ich war nicht im Kino – ich bin doch Familienvater.
  • Ach so… wo hast Du ihn Dir gesaugt?
  • Nicht gesaugt – ich habe mir die DVD gekauft.
  • WAAAAAASS ???

Tatsächlich: Seit ich bei SAT.1 gearbeitet habe, bin ich überzeugter GEZ- zahler (jetzt Billag ;-) ) Musik und Filme kaufe ich, Schrott sehe ich dann später im Fernsehen. Und Software bezahle ich auch.

Der letzte Punkt ist seit Freitag wieder stark ins Wanken gekommen: Dank gewisser sogenannter Entscheider sind viele Unternehmen auf Gedeih und Verderb einem großen amerikanischen Softwaremonopolisten ausgeliefert, der sich – noch – glücklicherweise darauf beschränkt, Geld zu machen. Ist mir relativ egal, die die Trottel mit den dicken Gehältern (die offensichtlich nicht ganz legal aufgepolstert werden) das Kapital der Firmen versenken, die sie bezahlen. Kritischer finde ich es, wenn sich ganze Regierungen in die Hände des Herstellers legen. Solange es nur um den Profit geht, kann man sich fragen, ob es Sinn macht, das sauer erarbeitete Gehalt der Bürger in die USA zu überweisen für eine Software, die erwiesener Massen erhöhten Supportaufwand und zur Zeit am Markt das größte Risiko bedeutet, von Viren und Trojanern heimgesucht zu werden. Aber hat sich jemand mal überlegt, wenn dieser Konzern von jemandem übernommen wird, der nicht einfach nur Geld verdienen möchte? Eines dieser automatischen Updates eingespielt, und schon lassen sich Regierungen nach belieben ausforschen, stürzen oder manipulieren.

Aber darum soll es hier nicht gehen – ich will ja mein Leid klagen ;-) Dank also ebensolcher Regierungsentscheide bin auch ich gezwungen, mit dem Zeugs zu arbeiten. Und dank meiner blöden Einstellung habe ich mir also mal wieder ein Betriebssystem dieser Firma gekauft, um damit “zu arbeiten”.

Hahahaha

Also: Die erste Version durfte ich entsorgen, weil ich zu spät gelesen hatte, dass man sie nicht in einer virtuellen Umgebung einsetzen darf.

Huch – Verwirrung… virtuell was???

Ich muss vorausschicken, dass ich seit sieben Jahren mit dem Mac arbeite. Und auch nicht vorhabe, das zu ändern! Also setze ich eine sogenannte virtuelle Maschine – eine Software, die dem Windows einen eigenen PC vorgaukelt – ein, um darin Windows zu installieren. Von der aktuellen Windows- Version gibt es über fünf verschiedene Versionen – jede hat einen Lizenzvertrag, der gedruckt ein kleines Buch ergäbe, aber natürlich nur elektronisch vorliegt…In der Version Home steht dann also im Kleingedruckten, dass man sie nicht innerhalb einer virtuellen Maschine einsetzen darf. Da war ich das erste mal bedient! Zurückgeben? “Is nich – is ja schon geöffnet…”

Ich blieb ruhig, und dämlich: Ich kaufte mir also ein Vista Business.

Ich merke gerade, wie mir die Galle wieder hochkommt, darum fasse ich mich kurz: Nach 16 Stunden mit diversen Versuchen habe ich immer noch kein Windows auf der Platte. Es installiert sich immer bis 68 %, dann kommt eine Meldung, dass das Upgrade fehlgeschlagen sei und das alte System wieder hergestellt werde. Natürlich ist meine vorige Version legal und lizensiert, der Kompatibilitätstest gibt keinerlei Probleme aus. Es gibt anschließend kein Fehlerprotokoll. Warum ich nicht einfach das alte System lösche und Windows neu aufsetze?

Weil jeder besch… Software- Hersteller seine Software heute umständlich aktiviert. Nach einer neuen Installation kommt dann die Fehlermeldung, dass die Software bereits aktiviert sei und nicht nocheinmal aktiviert werden könne. Ich darf dann für jede Software den jeweiligen Hersteller anschreiben, erklären, dass ich mein Betriebssystem aktualisiert hätte, und darum eine neue Aktivierung bräuchte.

Rückblickend lässt sich feststellen, dass das mit großer Wahrscheinlichkeit schneller gegangen wäre.

Und auf die Gefahr hin, dass ich jetzt von Horden von Anwälten mit Klagen überhäuft werde:

ICH KANN JEDEN VERSTEHEN, DER KEINE SOFTWARE MEHR KAUFT, SONDERN RAUBKOPIEN VERWENDET!

Liebe Konzerne: Solange Ihr Eure Kunden nach Strich und Faden bescheißt und verarscht (entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber ich bin maßlos wütend), müsst Ihr Euch nicht wundern, dass die Menschen keine Kunden mehr sein wollen…

Sven

P.S.: Meine letzten drei Upgrades (in vier Jahren) beim Mac: DVD einlegen, Upgrade wählen (oder Archiv und Installation – wenn man ein “sauberes” System möchte, dann gibt man noch an, dass man die alten Einstellungen und Daten behalten möchte…) und nach 1,5 Stunden ist das neue System ohne zig Reboots installiert.

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