Nun bin ich also mal wieder in Berlin – es ist alles so vertraut. Trotzdem kommen keine wehmütigen Gefühle auf. Merkwürdig.
Ich bin erstmal zum Einkaufen ins KaDeWe gegangen. Die Creme, die ich in Chur nicht bekomme, meine kleinen Zigarren, deren Namen ich immer wieder vergesse (der freundliche Verkäufer weiß ihn immer), und Erinnerungen. Berlin also, wie immer? Als ich aus dem Kaufhaus trete, ist die Strasse gesperrt: CSD! Nein, das ist keine politische Vereinigung, sondern eine Parade von Schwulen und Lesben, die auf die Rechte gleichgeschlechtlicher Paar aufmerksam machen soll.Allerdings sind alle politischen Parteien mit einem Wagen vertreten. Wie kommt das? Nun der Berliner Bürgermeister hat, als er in einem Wahlkampf deswegen angegriffen werden sollte, sehr souverän dazu gestanden: “Ich bin schwul, und das ist auch gut so.” Das er sich auf der Parade präsentiert finde ich verständlich und richtig. Aber das inzwischen jede Partei einen eigenen Wagen pflegt, empfinde ich als Missbrauch.

Gruß Sven

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Kann ich jetzt tatsächlich Beiträge unterwegs verfassen? Wenn ich ein bisschen tippen übe – vielleicht. Mit dem iPhone könnte es gehen.

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… bilden Kinder erste Dreiwort- Sätze: “Kächen muss tetämmt werden, doch sie will gerade nicht!” [Caroline am 28. Aug. 2008]

“Tie, da fliegt ein Buttatong über die Beage!” [Caroline am 30. Aug. 2008] 

Für jeden, der des Linschen nicht mächtig ist: Sieh, da fliegt ein Luftballon über die Berge! 

Kinderfest in UntervazWir hatten ein Kinderfest besucht; es gab Kinderschminken (hier haben Kinder Kinder geschminkt), Sackhüpfen, Eierlaufen, Büchsenwerfen, Riesenseifenblasen, Mäuserennen, Teebeutel- Zielwerfen, eine Hüpfburg, Instrumente basteln und, und, und. Ja, und außerdem wurden Karten an Luftballons gebunden und in den blauen Himmel geschickt.


Im Flachland sieht man sie ewig in die Ferne treiben – ich habe mich immer gefragt, ob sie steigen, und steigen, und dann irgendwann platzen. Dann müsste irgendwann eine Karte vom Himmel segeln. 

Hier jedenfalls ist es spannend, zu beobachten, ob sie schnell genug steigen und dann über die Berge getrieben werden, oder ob sie am Hang hängen bleiben. 

Am Abend dann sind Claudia und ich zum Jazz- Festival in Sargans gegangen. Ein befreundetes Paar hatte Karten und hat uns netterweise mitgenommen. Es war traumhaft: Verschiedenste locations in einer schönen Altstadt unter einer alten Burg, rot schimmernde Berge im Abendlicht, gute Weine und teilweise sehr gute Bands.

Anschließend haben wir noch einen “Absacker” im Casino zu uns genommen und sind reich geworden. Naja, ok, Reichtum ist relativ, der Inder am Roulette- Tisch spielte wohl jede Minute ums Zehn- bis Fünfzigfache, aber es hat gereicht, um Getränke und dann auch noch unseren Babysitter zu bezahlen – was braucht man mehr? Übrigens: ein Ferrari klingt in einer Tiefgarage richtig Scheiße! ;-)

Was sollen nur unsere Kinder von uns denken? Erst ziehen ihre Eltern durch die Kneipen, und landen dann in einer Spielhölle… Überhaupt sind dieser Generation alle Vorbilder abhanden gekommen. Zu meiner Zeit war das anders; ich kenne noch Geschichten mit Moral, ja, da weiss man: Baust Du Scheiße, kommt eine treusorgende Autorität und schneidet Dir mit einer großen Schere die Finger ab. :D  

Ja, und noch weiter zurück konnten sich kleine Mädchen um ihre Versprechen herummogeln, indem sie sich heimlich fehlende Informationen verschaffen. Der so um seinen Gewinn betrogene hat so heftig mit dem Fuss aufgestampft, dass er im Boden versunken ist. Das Gute ist: Der war ganz klar der Böse, nicht die Betrügerin. Hm, erwartet z.B. ein jetzt überall durch wohltätige Stiftungsgründung im Land Liechtenstein bekannter Deutscher, dass wir vor Wut aufstampfen und dann im Boden versinken? Sorry, Klaus, Du hast in Deiner Kindheit die falschen Märchen gehört. Meine Generation würde jetzt eigentlich zur Treusorgenden-Autoritätsperson-Variante tendieren. Wobei – nein – die ganz alten Märchen wirken ja auch hier nach: Man benutzt illegale Informationen um rechtsstaatliche Ansprüche durchzusetzen.

Ist das nun meine Generation? Ich zumindest habe das mal anders gelernt. Danach würden Steuerhinterzieher mit einem anderen Ausdruck betitelt, damit sie nicht vor allen bloßgestellt werden. “Privatvermögensoptimierer” käme da z.B. in Frage. Anschließend bäte man sie eindrücklich aber freundlich darum, illegal erworbenes der Gemeinschaft zurück zu geben und reichte ihnen dann freundschaftlich die Hand, um sie wieder zu integrieren.

Und was wird aus der nächsten Generation? Kennt Ihr vielleicht das Kinderlied vom Hasen Augustin (”Augustin der flitzte…” “…und ass gern Rosenkohl.” und “seht mal wer da rennt, …”)? Na Super, ein Karnickel mit ADS, dass gerne Rosenkohl ist; so was hören die Kinder heute (und die geplagten Väter im Auto!) Wäre natürlich spassig, wenn die Kinder das Flitzen ernst nähmen. Z.B. die Beliebtheitswerte einer Partei steigen dann proportional mit der Anzahl der Flitzer, die sie in ihren Reihen vorweisen können. Stellt Euch mal vor, wenn wir dann mit klapperndem Gebiss (so wir uns dass nach den grossartigen Gesundheits- und Rentenreformen von Trulla und Tümpelhofer dann noch leisten können) – wenn wir also eher ohne Zähne vor dem Fernseher sitzen und den nächsten Wahlkampf verfolgen:  Olympiade in Deutschland, und die Politiker rennen nackt durch das Stadion…

Gestern wurden wir gefragt: “Ihr bleibt also hier?!” Nun, solange wir den Schweizern nicht zur Last fallen und so freundlich akzeptiert werden, ist es ein Vergnügen, hier Steuern zu zahlen und die hiesige Wirtschaft anzukurbeln!

Ach ja, Charlotte hat sich im Kindergarten gut eingelebt und blüht gerade richtig auf! Als Hobby- Zukunftsforscher möchte ich daher mal eine gesicherte Prognose abgeben: Auch im nächsten Jahr kehren wir ganz sicher nicht nach Deutschland zurück!

 

;-)

Gruss
Sven

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Puh – “Vater sein dagegen sehr”.

Ich habe heute- erfolglos – versucht, meinen Kindern zu erklären, wieso ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat in seinen Werbespots Musik unlizensiert verwenden und via Fernsehen und YouTube verbreiten darf, wir aber nicht. Tatsächlich hat sich der Rechteinhaber (ich glaube, es war TimeWarner) nicht getraut, gegen einen möglichen zukünftigen Präsidenten vorzugehen. Stattdessen verklagt die Rechteinhaber- Lobby lieber Hausfrauen, die ihr Baby zu einer populären Musik tanzen lassen und das ganze bei YouTube einstellen – klar, die kann sich ja auch nicht wehren.

Ich habe, um die Argumentation zu vereinfachen, gesagt, dass es im Tierreich immer dasselbe ist: Der Stärkste stellt die Regel auf, die Schwachen bekommen auf die Schnautze.

“Aber das stimmt doch nicht bei den Menschen, da gibt es doch Gesetze!”

Und bei diesem Einwurf fing mein Dilemma an: Wie soll ich meinem Kind klar machen, dass es das Zusammenleben vereinfacht und angenehmer macht, wenn sich alle an ein paar Spielregeln halten, wenn es ständig von großen – möglichen Vorbildern – anderes vorgelebt bekommt? Politiker, Anwälte, Konzerne, Topmanager, da taugt doch niemand mehr als Vorbild, oder?

Ich selbst bin zwar ganz nett, aber nicht so erfolgreich und bei weitem nicht so reich. 

So stellt sich meinem Kind (und übrigens auch mir) immer wieder die Frage, ob man es mit legalen Mitteln, fairem Verhalten und ressourcensparendem Umgang mit der Natur überhaupt zu etwas bringen kann?

Oh, das kleine Kind weint unten – ich veröffentliche das hier mal eben, ohne gegen zu lesen – quasi “in die Tüte gedacht”.

Gruss
Sven

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Wir haben – nach über einem Jahr – immer noch Spaß mit der deutschen Steuergesetzgebung. Für unsere Kinder wurde noch als wir in Deutschland lebten ein Fonds- Sparbuch angelegt. Nach deutschen Steuerrecht werden von den Zinsgewinnen sofort die Steuern einbehalten, bis man angibt, dass das Kind sonst über keine Einkünfte verfügt…

Man erinnert sich: Ein Herr Zumwinkel war mit seinen Einkünften und Ersparnissen so schlecht gestellt, dass er unter dem Sparerfreibetrag blieb. Niemand schöpfte Verdacht.

Bei unserer Tochter Caroline ist das anders. Sie könnte eine böse Steuerhinterzieherin sein. Deshalb müssen wir jetzt nachweisen, dass sie unschuldig ist (rechtsstaatlich schon sehr zweifelhaft, oder?). Wir müssen also beweisen, dass dieses Kind, gerade zwei Jahre alt geworden, nicht heimlich alleine seinen Wohnsitz in Deutschland behalten hat und dort steuerpflichtig ist.

Und da wir alles böse Bürger und potenzielle Straftäter sind, genügt es nicht, eine Kopie ihres Ausländerausweises zu schicken – nein – diese Kopie muss von einer Bank beglaubigt sein und die zuständige Finanzbehörde soll auch Auskunft geben.

Spätestens jetzt überlege ich, ob ich in Liechtenstein nicht eine Stiftung gründe (ist von hier keine halbe Stunde Fahrzeit) und die Beglaubigung von einer Bank dort ausstellen lasse. Wahrscheinlich muss unser Linchen dann persönlich vor den deutschen Steuerbehörden vorstellig werden und plausibel nachweisen, wie hoch ihr reales Einkommen ist.

:D

Besonders interessant finde ich, dass sich ihr “Vermögen” auf irgendetwas zwischen 200,- und 400,- € beläuft.

So sehr man den Ausspruch kritisch sehen muss, dass Deutschland erstmal seine Steuergesetzgebung in den Griff bekommen sollte, bevor es befreundete Staaten wegen des Verhaltens ihrer Banken angreift (freies Zitat eines Mitglieds der Fürstenfamilie von Liechtenstein), so sehr kann ich ihn hier unterschreiben. 

Was für ein Quatsch!

Gruss
Sven

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Nach Problemen mit der Webseite – sie ist zur Zeit nicht erreichbar – habe ich das Blog zumindest auf meinen privaten Rechner umgezogen. Damit kann ich an den Einstellungen freier “herum-tunen”.

Ich möchte z.B. unsere Bilder- Seiten mit dem Blog zusammenführen.

Aber jetzt geht’s erstmal ins Bett.

Gute Nacht,
Sven

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Das kann doch nicht wahr sein: da gibt es 860 Millionen Menschen, die hungern und unterernährt sind, und Ihr Arschlöcher kippt die Milch in den Ausguss??? !!!

Ich habe wirklich Verständnis dafür, wenn Ihr Bauern über den geringen Preis klagt, den Ihr mit Milch erzielt. Aber – sorry – dann müssen eben ein paar von Euch umsatteln. Es gibt zu viele Anbieter, dadurch sinken die Preise. Habe ich – glaube ich – schon in der achten Klasse gelernt. Die solltet Ihr eigentlich auch absolviert haben.

Wenn Ihr meint, stattdessen streiken und protestieren zu müssen, steht Euch das frei. Auch wenn Ihr die Großabnehmer boykottieren wollt – bitteschön – macht es. Aber wenn Ihr nicht wisst, wohin mit der Milch, dann investiert gefälligst ein paar tausend Euro der zig Millionen, die Ihr an Subventionen in der EU einstreicht, und schickt sie den hungrigen Leuten, die sie dringend brauchen.

Für das Wegkippen in den Ausguss verdient Ihr keine Unterstützung, sondern eher, dass Ihr an Hunger und Durst verreckt!

SK

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Leute, Leute, bis heute
keine Reaktion von Euch.

War’s zu schwer? Oder liest’s keiner mehr?

Auf jeden Fall habe ich Euch in die Irre geführt: die vier Flügel hängen mit der Verschlusszeit zusammen, mit der ich das Insekt aufgenommen habe. Bei schnellerer Verschlusszeit sieht man deutlich ein Flügelpaar.

Hier noch drei Treffer:

 

 

 

 

 

 

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Was ist das?

Bei uns im Garten fliegen viele Insekten herum, die ich – als alter Großstädter – so nicht kenne. Natürlich gibt es hier auch andere Tiere, als in Berlin. So wurde ich im letzten Jahr von einem Kolibrifalter überrascht.

Dieses Jahr sind mir Insekten aufgefallen, die wie Bienen aus Blüten saugen, wie Schlupfwespen in der Luft “stehen” können und wie Libellen vier Flügel haben – ebenso abrupt sind ihre Flugrichtungsänderungen. Ihr Körper ist behaart und wirk staubig gelb. Mir sind heute mit einem starken Tele, viel Geduld und manuellem Fokus ein paar Bilder gelungen (s.u.).

Das Tier scheint sechs Beine und zwei Schwänze zu haben, vorne hat es einen langen Rüssel (etwa genauso lang, wie der Brustbereich).

Wer mir sagen kann, was das für ein Tier ist, und es anhand einschlägiger Quellen belegt, bekommt eine Überraschung aus der Schweiz.

Achso, hier noch das Kleingedruckte: Bei mehreren richtigen Antworten entscheidet das Los den Gewinner.

Grüsse
Sven

 

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Mit unserem Garten ist es merkwürdig: Es wächst einfach alles. Trotz meiner “Unterstützung”. Schon als wir einzogen fanden wir Minze, Rosmarin, einen Haselnussstrauch, wunderschöne Rosen… Hm, Rosen, ein schlechtes Thema. Möglicherweise habe ich eine gekillt. Sie ist mir bei dem Versuch, sie umzusetzen, umgefallen und hat sich dabei die feinen Wurzeln angerissen. Aber selbst nach drei Wochen sind einige Zweige noch saftig, und alle Bekannten raten mir zur Geduld.

Gartenarbeit – sie ist erstaunlich befriedigend. Ich hätte nie gedacht, dass ich da mit Freude soviel machen würde. Wir haben einen Garten, der an einem Hang liegt und deshalb auf drei Terrassen aufgeteilt war. Da wir für unsere Kinder ein bisschen Platz zum Spielen schaffen wollten, haben wir uns überlegt, die drei Terrassen zu einer zusammen zu fassen und so eine etwas größere Fläche zu bekommen.

Umbau

Ich bin mit Gartenarbeit nicht vertraut, noch weniger versteh ich etwas von Landschaftsgärtnerei am Hang. Also haben wir in einer Gärtnerei angefragt, ob man uns dabei helfen könne. Der ausgemachte Termin verstrich ohne Rückmeldung. Wir haben nochmals nachgefragt, und schließlich kam auch der Sohn vom Eigentümer der Gärtnerei vorbei. Er hieß unsere Idee grundsätzlich gut, sagte uns einen Kostenvoranschlag zu und empfahl uns, schonmal die Pflanzen umzusetzen, die wir erhalten wollten. Nach Erhalt des Kostenvoranschlages könnten wir ja einen Termin ausmachen, wann er anfangen solle. Am ersten schönen Wochenende fing ich also an, Pflanzen auszubuddeln. Und weil ich gerade so schön dabei war, buddelte ich weiter … und weiter … und weiter.

Am Ende des zweiten Wochenendes stellten wir fest, dass jetzt auch niemand mehr zu kommen bräuchte –zwar dauerte es noch eine ganze Weile, bis die Baustelle wieder nach Garten aussah, aber Dank tatkräftiger Unterstützung haben wir es endlich geschafft.

Linchen hilft im Garten

Worauf ich eigentlich hinaus will: Beim umgraben fanden wir unzählige Maikäfer im Garten – nicht die kleinen Engerlinge, nein – fertige Maikäfer. Ich oute mich jetzt: Das war mir neu, dass die im Boden heranwachsen. Wie mich besser informierte Freunde aufklärten, würden sie wohl irgendwann, wenn es wärmer wäre, alle auf einmal ausschwärmen.

Heute schließlich ging es los. Aus unserem Fenster sahen wir regen Flugverkehr um einen Baum. Ich ging auf den Balkon: Tatsächlich, die Luft war / ist immer noch voller Maikäfer. Man hört unbeholfenes Brummen – immer wieder stoßen sie gegen Wände – aber nicht einer flog bisher gegen unser Fenster. Ein Tier schoss mit so einem Karacho gegen unsere Hauswand, dass es benommen auf unserem Balkon liegen blieb.

Die Maikäfer schwärmen

Zwischen den Käfern fliegen die Jäger der Dämmerung und genießen offensichtlich ihr Festmal.

Faszinierend!

Gruss
Sven

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